Neu bei Servus in da City

Koboldsgesetz auf der Bühne

Hurra, Hurra, der Kobold mit dem roten Haar… Wer kennt ihn nicht? Den frechen Pumuckl mit seinen Streichen. Die Uraufführung des dazugehörigen beschwingten Musicals feierte im letzten Jahr im Gärtnerplatztheater Premiere und startet am 15. Oktober in die neue Spielzeit. 

Pumuckl als Musical

„Pumuckl neckt, Pumuckl versteckt, niemand was meckt!“ Das glaubt zumindest der rothaarige Kobold, bis er schließlich am Leimtopf in Meister Eders Werkstatt kleben bleibt. Und wenn ein Kobold an etwas Menschlichem haftet, wird er sichtbar und muss bei demjenigen leben, der ihn entdeckt hat. Das ist Koboldsgesetz, wie wir alle aus unserer Kindheit wissen. Damit muss sich auch der Schreinermeister auf der Bühne des Gärtnerplatztheaters abfinden. Denn das Musical basiert auf der Buch- bzw. Filmvorlage. Es zeigt also die erste Begegnung von Meister Eder und seinem Pumuckl.

Laut und frech – typisch Pumuckl

Pumuckl spielt gerne Streiche und hält sich an keine Regeln des alltäglichen Miteinanders, kurz: Er macht all die Dinge, die jeder immer wieder gerne tun würde – aber meistens nicht darf. Mit dem kleinen Nachfahren der Klabautermänner hat die Münchnerin Ellis Kaut 1962 eine der beliebtesten Figuren geschaffen. Ob als Hörspiel-, Buch- oder Fernsehserie: Meister Eder und sein Pumuckl blieben über viele Generationen unverändert. Das nutzt der bekannte Theatermacher und Komponist Franz Wittenbrink. Er bringt zusammen mit Autorin Anne X. Weber und Regisseurin Nicole Claudia Weber das beliebte Duo auf die Bühne. So ist Ferdinand Dörfler bis 02. Februar 2020 im Gärtnerplatztheater als Meister Eder zu sehen. In die Rolle des Pumuckl schlüpft Christan Schleinzer. Doch ist alles, was sich reimt, auch in der Bühnenversion gut?

Fazit von Servus in da City

Im Musical wird Pumuckl natürlich nicht nur für Meister Eder, sondern auch fürs junge Publikum sichtbar. Für Kundin Steinhauser (in einer Doppelrolle wunderbar authentisch von Dagmar Hellberg gemimt) oder dem gräflichen Butler (toll: Peter Neustifter) bleibt er jedoch unentdeckt. Mit großem Engagement wurden die Requisiten so gezaubert, dass Dinge versteckt, Menschen gezwickt und weiterer Schabernack getrieben werden kann. Christian Schleinzer gibt als Pumuckl im Rahmen der Möglichkeiten sein Bestes. Doch trotz steter Bemühungen ist der Kobold einfach nicht überzeugend. Schade! Unbestritten spielt Ferdinand Dörfler aber seine Rolle als Schreinermeister nicht nur, er lebt sie – und macht das Musical zu dem, was es ist: eine Hommage an Gustl Bayrhammer.

Wapperl am Hintern

„Man muss sich daran gewöhnen, mit einem nicht vorhandenem Kobold, mit niemandem zu spielen“, so Gustl Bayrhammer über seine Arbeit in einem Interview 1984. Denn Pumuckl wurde erst später als Trickfilm den Realaufnahmen hinzugefügt. Bayrhammer konnte sich also während der Dreharbeiten nur vorstellen, wie sich Pumuckl wo bewegte. Trotzdem wirkt das Zusammenspiel der beiden harmonisch – ganz anders als auf der Bühne im Gärtnerplatztheater. Es ist und bleibt eben die große Kunst des Volksschauspielers zusammen mit Hans Clarin als Synchronstimme von Pumuckl. „Ich mag keine Wapperl am Arsch“, sagte der Bayer einst. Aber die Rolle des Meister Eder blieb als Etikett an ihm kleben, wie dessen Kobold am Leimtopf – zusammen haben sie die Herzen eines Millionenpublikums erobert.

Copyright Fotos: Christian POGO Zach / Gärtnerplatztheater

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